Die letzten Monate waren abwechslungsreich, turbulent, arbeitsreich, frustrierend, hektisch, belustigend, mühsam und vor allem anstrengend. Mittlerweile ist der Umzug überstanden und die Dinge nähern sich allmählich dem, was man allgemein als Alltag bezeichnet. Dies lässt - trotz zahlreicher Artikelprojekten und Recherchearbeit - wieder etwas Freiraum um zum Beispiel die Kryptozoologie-Umschau zusammenzustellen. Im folgenden kategorisiert, aber weitgehend ungeordnet, die Artikel- und Nachrichtenlinks der vergangenen Monate:
Die vergangenen Monate waren hektisch, betriebsam und nervenaufreibend. Dennoch... der Umzug ist geschafft und obzwar Normalität noch immer ein Fremdwort ist, kehrt mittlerweile wieder ein gewisser Alltag ein. Zumindest ist der Zugriff auf die für mich wichtige Literatur wieder ohne mindestens zehn Kisten zu durchwühlen möglich... Mit "leichter" Verzögerung daher nun die Kryptozoologie-Umschau der letzten Monate:
Nachdem für die International Society of Cryptozoology mit dem eigenen "Ende" auch das Ende für das dort herausgegebene kryptozoologische Fachmagazin "Cryptozoology" kam, gab es international kein vergleichbares Werk. Mit der jährlichen Publikation des "Kraken" des Naturkundemuseum Lausanne (Schweiz), die Dr. Bernard Heuvelmans umfangreiches Archiv erbten, gab es seit 2008 zumindest wieder ein solches in die richtige Richtung. Leider konnte aber schon 2010, bedingt durch Umbaumaßnahmen und fehlende interne Ressourcen, keine weitere Ausgabe mehr veröffentlicht werden. Diese Lücke will der englische (Krypto-)Zoologe Dr. Karl P. N. Shuker zusammen mit dem Centre for Fortean Zoology nun wieder schließen. Das "Journal of Cryptozoology" soll dabei denselben Standards folgen wie einstmals das ISC-Journal beziehungsweise andere wissenschaftliche Fachblätter. Um dies zu gewährleisten wurden bzw. werden zwei "Peer-review"-Panel gebildet, das erste bestehend aus zehn Wissenschaftlern und Experten:
Professor Tom Gilbert, Evolutionsbiologe vom Naturkundlichen Museum der Universität Kopenhagen
Professor Colin Peter Groves, Bioanthropologie (Australian National University)
Dr. Paul LeBlond, Prof. em. (University of British Columbia)
Dr. Adrienne Mayor, Volkskundle (Stanford University)
Dr. Darren Naish, Paläontologie (University of Portsmouth)
Brian Regal und Professor Christine Janis, Evolutionsbiologie
Lars Thomas, Genetik
David Waldron, CFZ-Forscher und Fotograf
Charles Paxton, Verhaltensbioloiee und Ökologie (University of St. Andrews)
Ihre Aufgabe wird es sein, den wissenschaftlichen Inhalt und die Präsentation der Papers zu prüfen. Daneben wird ein zweites technischeres Panel geben, das Papers kritisch prüfen soll auf Feldarbeit, Computernutzung, Fotografie, Interviewtechniken usw.
Jede Ausgabe des neuen Fachmagazins soll mindestens vier Fachartikel beinhalten, entweder Diskussionen, Artikelbesprechungen, Forschungspapers oder Feldberichte.
Alle weiteren Neuigkeiten hierzu, die Bedingungen um einen Beitrag einzureichen usw. auf Karl Shukers Blog.
Vor mehr als 30 Jahren wurde an Amberley Beach, einem Strand nördlich von Christchurch (North Canterbury, Neuseeland) ein großer Seeungeheuer-Kadaver angeschwemmt gefunden. Dank der Analyse von Wissenschaftlern unter anderem der Univerität von Otago, konnte die Identität der Kreatur nun gelüftet werden.
Die Tierleiche war mehr als 11,5 Meter lang, besaß einen langen „Hals“ von mehr als 1,5 Metern Länge und „flügel-ähnlich“ erscheinende Strukturen sowie federartige Fasern. Der heute 81jährige Peter Ritchie wunderte sich seit 1977, was er da am Strand gefunden hatte. Trotz seiner Erfahrung als Taxidermist und Fischer, war er anfänglich „total, total in Ehrfurcht“ vor dieser Kreatur und konnte sich für Dekaden keinen Reim auf ihre Identität machen. Umsichtig fertigte er damals sieben Fotografien an und nahm den Schädel an sich, den er dem Canterbury Museum übergab.
Die Museumsangestellten gingen von einem Mitglied der Haie aus, ebenso wie die ebenfalls befragten Beschäftigten des amerikanischen Denver Museum of Nature and Science. Dennoch blieben Ritchie hieran Zweifel. Mehr als dreißig Jahre später gab ein Freund die Fotografien an das New Zealand Marine Studies Centre der Universität von Otago und ebenfalls an Te Papa zur neuerlichen Analyse. Das Marine Studies Centre zog zudem den Universitäts-Paläontologen Professor Ewan Fordyce hinzu und selbiger seinen amerikanischen Kollegen Professor Michael Gottfried von der Michigan State University. Unisono kam man zum Schluss, dass es sich um einen Riesenhai (Cetorhinus maximus) gehandelt hat.
Dennoch blieben Ritchie Zweifel und Glaube, die Kreatur besäße Eigenschaften wie sie nicht bei Haien gefunden werden, so dass es sich möglicherweise um einen Plesiosaurier handelte. Zudem spekulierte er, ob es sich bei seinem Fund nicht vielleicht um den Kadaver handle, der wenige Monate zuvor etwa fünfzig Kilometer vor Christchurch an Bord des japanischen Trawlers Zuyio Maru gezogen und dann wieder dem Meer überlassen wurde. Dabei ist jedoch auch zu bedenken, dass Riesenhaie laut Otago Daily Times nach einer Studie relativ oft vor Neuseeland durch kommerziellen Fischfang gefangen oder – meistens im Frühjahr und Sommer – relativ nahe an der Küste gesichtet werden.
Professor Fordyce sagte, der lange „Hals“ erscheint ihm die Wirbelsäule zu sein. Die „flügel-artigen“ Strukturen die stark verwesten Vorderflossen und einige der „faden-artigen“ Strukturen erscheinen ihm verrottetes Gewebe, wahrscheinlich widerstandsfähigere Fasern eines kollagen-artigen Materials.
In der Zusammenschau gibt es durch den Konsens der Wissenschaftler, das zu einem Pseudo-Plesiosaurier insgesamt passende Bild und vor allem natürlich den untersuchten Schädel keinen Raum für Zweifel wie Peter Ritchie sie hat.
Michael Schneider offeriert die Teilnahme an einer Expedition in das Herz des Amazonas auf der Suche nach der Wahrheit über die Sucuriju gigante, der gigantischen Anakonda:
In der letzten Augustwoche 2012 werde ich im Auftrag des Fährtenleser-Magazins und dem Deutschen Kryptozoologie-Museum zu Nachforschungen über Berichte und Geschichten über die legendäre Matora, auch als Sucuriju Gigante (Riesenanakonda, siehe Spuren des Unbekannten, S. 43-45) bekannt, eine Forschungsreise in das Herz des Amazonas unternehmen. Bereits die ersten spanischen Eroberer berichteten von gewaltigen Schlangen, welche sie “Matora” nannten, was auf Deutsch soviel wie “Bullenfresser” bedeutet. Diese gewaltigen Schlangen sollen Bullen, Pferde und Menschen völlig problemlos angefallen und gefressen haben. Genau diesen Hintergründen wollen wir auf den Grund gehen und vor Ort Recherchearbeit betreiben.
Neben meiner Wenigkeit und dem ortskundigen Führer und Übersetzer befindet sich noch Platz für drei weitere Personen im Fahrzeug und im Boot. Von daher biete ich eine Mitreisegelegenheit auf dieser durchaus sehr spannenden Forschunsgreise an. Die Reise geht von Frankfurt am Main über Rio nach Manaus, von dort aus mit Geländefahrzeug und schließlich Boot hinein ins Herz des Regenwaldes. Hierzu suche ich drei Begleiter, die entsprechende Neugier und Abenteuerlust mitbringen. Die Tour wird gesamt 9 Tage dauern und endet wieder am Flughafen von Frankfurt.
Teilnehmen kann jede Person, die sich hierfür für geeignet hält. Körperliche Gesundheit und Abenteuerlust sind auf dieser anstrengenden und durchaus gefährlichen Tour die Grundvoraussetzung. Dafür erwartet uns ein tiefer Einblick in eine verborgene Welt. Die Teilnahmegebühr für jeden Mitreisenden beträgt etwa 2300 Euro, hiervon ist bei der unverbindlichen Anmeldung vorerst jedoch nur eine Anzahlung zu leisten, bis der komplette Tourpreis feststeht.
Diese Forschunsgreise ist keine Expedition in unbekanntes Gebiet, noch werden wir dort Riesenschlangen jagen und schon gar nicht Schlangen fangen und nach Deutschland verbringen. Die Zielsetzung ist klar gegeben und reine Recherchearbeit, um den Geschichten und Berichten an Originalschauplätzen auf den Grund zu gehen und ein Gespür für den Lebensraum und die Mentalität der Einwohner zu erhalten. Dazu werden wir entsprechendes Bild- und Textmaterial erfassen.
Für eine offizielle Jagd oder Nachstellung nach diesen Schlangen haben wir keine Lizenz der Regierungsbehörden erhalten können. Wir haben für die Vorbereitung dieser Tour von der ersten Planung bis zur Umsetzung mehr als zwei Jahre benötigt und müssen strikte Auflagen einhalten, wie auch die Gruppengröße von maximal 4 Personen. Begleitet werden wir von einem durch die zuständigen Behörden zugelassenen Führer, welcher darauf achtet, dass wir uns auch an die Auflagen halten. Dies tut dem eigentlichen Zweck dieser Forschungsreise keinen Abbruch. Wir werden immerhin unsere Nachforschungen an Orten im Herzen des Regenwaldes ausführen, am mächtigen Amazonas und seinen Nebenflüssen, auf der Spur der legendären “Bullenfresser”. Dies bietet nicht nur neue Erfahrungen, sondern auch Abenteuer in wilder Natur, abseits der Touristenzentren.
So zumindest die neuesten Schlagzeilen. "The Voice of Russia" und andere Medien berichten über den Fang eines angeblichen Wildmenschen beziehungsweise eines "Bigfoot" in den Wäldern von Ingushetia im nördlichen Kaukasus. Die Kreatur wurde demnach überrascht, als sie dabei war ein totes Schaf wegzuschleppen. Mittlerweile befände sie sich in einem lokalen Zoo und würde in wenigen Tagen von Spezialisten nach Moskau gebracht.
Zwei Videos sind hierzu ebenfalls publiziert worden:
Die ersten Einschätzungen im großen Gemeinschaftsbereich der Bigfoot-Forschern gehen von einem Hoax aus. Die Nachricht kommt im Nachgang zu einigen Expeditionen, Nachrichten und einer Veranstaltung rund um Wildmenschen in Russland.
Der Begriff „Kryptid“ ist zum einen also kategorisierend indem er angewandt wird, sobald klar definierte Bedingungen zutreffen und zum anderen phänomenologisch, indem er die Erscheinung der (auch von nur vorgestellten, gedachten) Wesen ohne Individualität und/oder ihr Wesen erfassend bezeichnet.